Allgäu 2016/2017 “Urlaub mit Hindernissen”

Endlich haben wir Urlaub. Das Jahr war beruflich und privat anstrengend und so freuen wir uns das Jahr ganz ruhig in Füssen auf einem sehr schönen Platz ausklingen zu lassen.

Alle Arbeiten an Tiffy sind abgeschlossen. Unser Fiesta wurde noch in die Werkstatt gebracht, das rechte vordere Federbein ist gebrochen. Den Schlag haben wir schon gehört, aber wir dachten, dass wir über etwas drüber gefahren sind.

Erst als es schrecklich zu stinken anfing, haben wir gemerkt, dass die Ursache für den Schlag bei uns zu suchen ist. Somit sind zwei Federbeine und zwei neue Reifen fällig.
Aber davon lassen wir uns nicht entmutigen. Wir sind der Meinung alles gut in die Wege geleitet zu haben und machen uns am 22. Dezember auf den Weg in den wohlverdienten Urlaub.
Wir kommen bis nach Wiesbaden. Auf einmal sehen wir, das Tiffy wieder anfängt zu qualmen. Mist. Das kennen wir doch. Der erste Verdacht ist: defekten Zylinderkopf.

Also die nächste rechts und wieder in die Ausgangsrichtung zurück zur Halle um zu sehen, was da los ist.

Kaum sind wir abgebogen, hört der Qualm auch schon wieder auf. Tiffy läuft ruhig weiter, als wäre nie etwas passiert. Leichtes aufatmen.  Somit entschließen wir uns, den Urlaub fortzusetzen. Vermutlich war noch etwas alter Diesel oder Schmutz in den Leitungen und wurde jetzt verbrannt.

Also ab auf die Autobahn. Die Fahrt bis nach Ulm verläuft ruhig, Tiffy fährt einwandfrei. Kurz nach Ulm übernachten wir dann bei einer Tankstelle. Am nächsten Morgen, Tiffy wird wieder Startklar gemacht. Motor an und Tiffy qualmt den Parkplatz ein. Ist der Qualm jetzt weiß oder blau? Bei den Temperaturen nicht zu erkennen. Nach einiger Zeit hört es wieder auf. Was jetzt? Werkstatt anrufen? Zurückfahren? Weiterfahren? Nach einigem grübeln entschließen wir uns zur Weiterfahrt und biegen mit sehr gemischten Gefühlen auf die Autobahn Richtung Füssen.

Allerdings kommen wir keine zehn Kilometer weit. Dieses mal will Tiffy wohl doch auf sich aufmerksam machen. Sie fängt an zu qualmen und hört nicht mehr auf. Glücklicherweise ist gleich ein Rastplatz in Sicht, auf dem wir dann auch sofort halt machen. Tiffy laufen lassen und abwarten ob der Qualm wieder aufhört.

Nein. Tut er nicht. Tiffy qualmt und qualmt. Also Motor ausmachen und stehen bleiben.

Zweites Video

 

Joachim ruft den ADAC an. Wir haben eine nette freundliche Dame am Telefon.

Ja, wir sind liegen geblieben. Ja, wir sind ein Wohnmobil. Die Dame fragt die Daten von Tiffy ab. 11 Meter lang, 16 Tonnen schwer. Fahrgestellnummer und …und…. und. Joachim gibt auch noch die Koordinaten des Rastplatzes durch.

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Die Dame sichert uns in kurzer Zeit einen Rückruf aus einer kompetenten Werkstatt zu. Joachim erklärt noch einmal, dass wir etwas größer sind. Das sei kein Problem, man habe ja die Daten.

Der Anruf kommt 10 Minuten später. Der Werkstattmeister fragt noch einmal die Daten von Tiffy ab. Ja, wir sind ein Wohnmobil und ja, wir sind 11 Meter lang und 16 Tonnen schwer. Wieder geben wir alle Daten durch. Dann sind wir ja ein LKW. AHA. Diese Tatsache war uns bis dahin noch gar nicht bewusst.  Nee, dafür ist er nicht zuständig. Er macht alles nur bis 7,5 Tonnen.

Wir sind aber mutig und rufen noch einmal die nette Dame in der ADAC-Zentrale an. Wieder werden unsere Maße durchgegeben und ja, wir sind als Wohnmobil eingetragen. Wir erklären der Dame, dass die Werkstatt, die uns freundlicherweise angerufen hat nicht für uns zuständig ist, da wir ein LKW sind.

Ja, wenn das so ist,  müssten wir über den Truck-Service von ADAC gehen. Soweit waren wir ja auch schon! Dort werden wir aber nicht genommen. Wir sind keine Firma und haben, erstaunlicherweise, nur einen LKW. Also kommen wir hier nicht weiter. Entnervt geben wir hier auf. Jetzt rufen wir unsere Vertragswerkstatt an. Hier wird Tiffy immer gut versorgt, die Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Joachim erklärt unserer Situation, was sofort zu der Frage führt „sollen wir euch abholen?“. Wir verneinen und bekommen vom Werkstattmeister eine 24-Stunden LKW Hotline Nummer. LKW Truck Service 224 00. Das ist endlich mal ein Service, auch wenn wir die Kosten selber tragen müssen.

Mit neuer Hoffnung rufen dort an, geben wieder unsere Daten durch.  Fast können wir diese auswendig  und tatsächlich kommt innerhalb von 60 Minuten ein Mercedesservicewagen zu uns auf die Raststätte. Tiffy wird untersucht. Die rechte Zylinderreihe ist feucht, es könnte Öl sein. Es wird beratschlagt, man kommt zu dem Schluss, dass es besser ist nicht mehr weiter zu fahren. Wir sollen uns abschleppen lassen. Er telefoniert mit mehreren Werkstätten in der Nähe und versucht uns noch sofortige Hilfe zukommen zu lassen.

Die nächste und beste Werkstatt ist in Kempten. Wir bekommen das Angebot sofort abgeschleppt zu werden oder über die Feiertage stehen zu bleiben. Die Werkstatt liegt in einem Industriegebiet außerhalb der Stadt. Es gibt dort keinerlei Einkaufsmöglichkeiten und vor den Feiertagen wird an Tiffy auch nicht mehr gearbeitet.

Wir  entscheiden  uns für die Raststätte. Es stehen viele Trucker hier, es gibt Duschen und Kleinigkeiten zum einkaufen.

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So verbringen wir die Tage auf der Autobahnraststätte. Da wir nicht wissen, wie lange wir dort tatsächlich stehen müssen gehen wir mit den Recoursen sparsam um. Gekocht wird auf dem Holzofen, geduscht in der Raststätte. Das Fest lassen wir uns aber nicht vermiesen. Tiffy wird innen hübsch geschmückt und in der Hoffnung nach den Feiertagen schnell wieder fahrtüchtig zu sein lassen wir uns es an Heiligabend gut gehen.

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Abends werden wir von den vorbeifahrenden Autos in den Schlaf geschaukelt. Nachts wird es etwas ruhiger auf der Straße. Man wird nur gelegentlich dem Schlaf geschreckt, wenn ein zu spät gekommener Mensch über die Autobahn fliegt.

Der ungewohnte Stellplatz lässt uns jedoch auch so nicht ruhig schlafen. Ständig schreckt man zusammen, wenn jemand um das Auto herum läuft. Die Mülltonne steht direkt neben Tiffy und das ungewohnte Geräusch zu nachtschlafender Zeit trägt nicht gerade zur Beruhigung bei.

Die Feiertage sind sonnig und warm,

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so dass wir einen kleinen Abstecher in die Umgebung machen.

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So sind wir froh, als am 27. 12 ein freundlicher junger Mann mit einem grooooßen Abschleppwagen neben Tiffy zum stehen kommt.

 

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Tiffy wird noch einmal gestartet und benimmt sich dabei vorbildlich. Sie qualmt nur ein wenig und schon sind wir wieder der Meinung – es kann nicht viel sein und wir sind bald wieder auf der Piste.

 

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Tiffy wird auf die Brille genommen, bekommt Luft  vom Abschlepper und los geht die Fahrt.

Nach ca. 25 Kilometern wird noch einmal auf einem Rastplatz halt gemacht um zu sehen, ob alles bei Tiffy in Ordnung ist.

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Da nur eine Person bei dem Abschlepper mitfahren kann, entscheidet sich Joachim mit dem Quad hinter Tiffy her zu fahren. Kaum sind wir wieder auf der Autobahn überholt Joachim den Abschlepper,  blinkt rechts und deutet mit den Händen an, dass wir auf den Seitenstreifen parken sollten

 

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Keinen Meter zu früh. Als wir die Türen öffenen können wir es richten. Es stinkt ganz schrecklich nach Gummi, Kupplung oder Bremsen. Optisch ist nichts festzustellen, aber Tiffy blockiert und will keinen Meter mehr weiter.

Also muss sich der junge Mann unter Tiffy werfen und auf dem Seitenstreifen die Kardanwelle abflanschen.

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Der Rest des Weges bis zur Werkstatt wird von Tiffy vorbildlich am Haken zurückgelegt.

Wir verabschieden uns von dem jungen Mann und hoffen, dass wirklich nicht viel kaputt ist und wir zumindest den Jahreswechsel auf dem Campinplatz in Füssen verbringen können.

Wir werden von dem Werkstattmeister begrüßt, die Auftagspapiere werden ausgefüllt und dann mit dem Gabelstapler in die Halle über die Grube gezogen.

Schnell wird unser Dachboden ausgeräumt. Alle Kisten müssen jetzt in Tiffy einen Platz finden. Wir stapeln sie in der Dusche und neben und auf dem Bett.

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Die Holzkonstruktion wird von uns losgeschraubt und dann kann Tiffys Führerhaus gekippt werden.

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Die Suche nach der Ursache für den Qualm und der blockierenden Reifen beginnt und bringt nicht gutes zu Tage.

1 – das was wir uns schon gedacht hatten – es ist wieder ein Lunker. Diesmal war es der sechste Zylinder.

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Für diesen Tag konnten sie nichts mehr machen und wir wurden wieder vor die Halle gezogen und haben die Nacht dort verbracht. Fast war es wie in Kemel.

Am nächsten Tag ging es wieder in die Halle zurück.

2 – das Getriebe

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Das Getriebe wird ausgebaut. Noch immer bestand die Hoffnung, dass sich evtl. nur zwei Zahnräder verkantet haben und es in der Werkstatt repariert werden kann. Also wurde das Getriebe geöffnet – leider keine Chance. Die Zahnräder waren auf der Welle festgebacken

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Der Werkstattmeister fing daraufhin an zu telefonieren. Ein Getriebe in der Altersklasse zu finden und das noch im alten Jahr war eine wirkliche Herausforderung. Aber die Mitarbeiter der Werkstatt haben wirklich alles geben. 

Mit dem ADAC hatten wir noch einmal Kontakt aufgenommen. Als ADAC-Plus-Mitglieder wird im Fall einer Panne auch ein Hotel für maximal 7 Tage übernommen.

  • Telefonat mit ADAC. Noch einmal erklären war vorgefallen ist. Mündliche Zusage für ein Hotel.
  • ADAC klärt die Dauer der Reparatur mit der Werkstatt ab.
  • ADAC ruft zurück. Zusage wird bestätigt. Hotel nur sehr schwer zu finden da Skispringen in Oberhof. Kostenzusage nur bis 731,00 €. Hotel kostet aber mehr. Ob wir den Rest von ca. 400,00 € selbst tragen wollen.

Die Werkstatt hatte in der Zwischenzeit ein generalüberholtes Getriebe aus einer Kehrmaschine ausfindig gemacht. Es befindet sich nahe der holländischen Grenze, würde per Express zugestellt und würde nur ca. 2.000,00 € kosten.

Das waren gute Aussichten. So könnten wir doch noch Silvester auf dem Platz verbringen. Wir stimmten dieser Lösung zu und freuten uns schon am nächsten Tag den Hof verlassen zu können.

Also entschlossen wir uns nicht in ein Hotel zu gehen und dafür einen Leihwagen zu nehmen, so dass wir zumindest etwas mobil waren. Noch einmal Anruf beim ADAC

  • Anruf bei ADAC. Vielen Dank für das Hotelangebot. Wir möchten jetzt einen Leihwagen nehmen, da die Reparatur doch schneller als geplant von statten geht. Neuer Mitarbeiter am Telefon, also alles noch einmal erklären. Mündliche Zusage für einen Leihwagen, Stornierung des Hotelzimmers. Eine Zustellung des PKW’s wird vom ADAC nicht übernommen. Die Autovermietung Herz aus Kempten meldet sich bei uns. Sie ist nur ca. 100 Meter von der Werkstatt entfernt.
  • Telefonat von der Autovermietung aus Kempten. Sie haben kein Auto mehr vor Ort. Wir müssen nach Memmingen zum Flughafen kommen. Keine Ahnung wie.
  • Nochmal Anruf bei ADAC und die Sachlage erklären. Wir sollen ein Taxi nehmen. Bis 50,00 € übernimmt der ADAC die Kosten. 

Also ein Taxi bestellen und auf zum höchsten Flugplatz Deutschlands. Nach der Garderobe der Herzmitarbeiter zu urteilen wohl auch der kälteste. Sie saß in dem Bunker mit einer Skihose, dicker Jacke, einer Mütze und einem Schal. J

Freudig machen wir uns auf zum Campingplatz, erklären die Sachlage. Die Reservierungsgebühr ist futsch, da die Absage nicht rechtzeitig erfolgte.  Also einen neuen Platz für Freitag reservieren, schnell noch etwas einkaufen und zurück zur Werkstatt.

Tiffy stand in der Zwischenzeit gut geparkt auf dem Hof der Werkstatt.

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Zurück auf dem Hof, geht Joachim zum Werkstattmeister um nachzufragen ob das Getriebe schon vor Ort ist. Tja und jetzt bekommen wir eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht – das Getriebe aus der Kehrmaschine kommt nicht

Die gute Nachricht – sie haben ein neues Getriebe bestellt, funkelnagelneu. Leider kommt das neue Getriebe erst am Dienstag.

So verbringen wir Silvester mit unserem Käsefondue auf dem Hof der Werkstatt. Um Mitternacht öffnen wir die Dachluke und haben einen schönen Rundumblick über die Gegend und können so das Feuerwerk der Umgebung bestaunen. Eine so ruhige Silvesterfeier hatten wir uns nicht vorgestellt.

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Allgäu 2017

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So veranstalten wir ein kleines Feuerwerk uns lassen es uns am nächsten Morgen gut gehen.

Am 01.01.2017 fängt es an zu schneien.

 

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Endlich Dienstag und ab in die Halle.

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Das neue Getriebe ist da und auch der defekte Zylinderkopf können heute eingebaut werden. Die Mechaniker geben alles und so können wir tatsächlich am Dienstag Abend die Halle aus eigener Kraft verlassen.

Endlich kann der Urlaub beginnen.

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